Chipkarten statt Papierfahrscheine: Das KCEFM begleitet die Einführung des eTickets. Die großen Verkehrsverbünde in Nordrhein-Westfalen VRR, VRS und VGN setzen bei ihren Chipkarten die Technik des eTicketing ein.
Die folgenden Fragen und Antworten informieren über das eTicketing und klären eventuelle Bedenken bezüglich der Verletzungen des Datenschutzes und der Angst vor Elektrosmog bzw. Funkwellen.
Was heißt RFID?
RFID ist die Abkürzung von Radio Frequency Identification. Dies ist ein Verfahren zur automatischen kontaktlosen Identifizierung von Gegenständen und Lebewesen mittels Kleinstgeräten, die Radiowellen senden. Diese Geräte werden Transponder (oder auch Tags) genannt.
Haben die Chipkarten des VRR, des VRS und des VGN RFID?
Ja. Die Chipkarten entsprechen allerdings der Norm ISO 14443. Dies ist eine Norm, die kontaktlosen Datenaustausch im absoluten Nahbereich von weniger als etwa 10 Zentimetern beschreibt. Die Chipkarten sind nicht dazu gedacht, über mehrere Zentimeter oder gar Meter hinweg gelesen zu werden.
Sind die Radiowellen der Chipkarten schädlich?
Die Feldstärke des Senders, der in den Chipkarten eingebaut ist, beträgt nur wenige Ampere pro Meter (1,5 bis 7,5 A/m) bei einer Frequenz von 13,56 Megahertz. Die Strahlungsleistung der Kontrollgeräte überschreitet dabei nicht die Leistung, welche ein Mobiltelefon abstrahlt.
Die Dauer der Strahlung ist zudem ziemlich kurz. Der Datenaustausch zwischen Chipkarte und Kontrollgerät ist in der Regel in unter einer Sekunde abgeschlossen. Damit ist die Chipkarte in puncto Elektrosmog absolut unbedenklich.
Hinzu kommt, dass die Karte gar nicht senden kann, solange sie nicht an ein Kontrollgerät (oder ein anderes Terminal) gehalten wird.
Können die Chipkarten unbemerkt vom Nutzer ausgelesen werden?
Die Chipkarten in VRR, VRS und VGN sind auf drahtlosen Datenaustausch im Nahbereich ausgelegt. Zudem ist die Datenübertragung zwischen Karte und Lesegerät von der räumlichen Lage und der „Verpackung“ der Karte abhängig.
Ein Auslesen der Chipkartendaten auf Distanzen größer als zwanzig Zentimeter dürfte in der Praxis – also nicht unter Laborbedingungen – nur sehr schwer möglich sein.
Kann man sich gegen unbemerktes Auslesen der Chipkarte schützen?
Wenn Sie die Chipkarte in einem Metallbehälter aufbewahren, kann sie mit einem Terminal außerhalb dieses Behälters nicht gelesen werden. Außerdem sind RFID-blockierende Brieftaschen im Handel erhältlich.
Welche Daten sind auf dem Chip gespeichert?
Auf der Chipkarte sind Fahrtberechtigungen gespeichert. Die Fahrtberechtigungen enthalten Angaben zur zeitlichen und räumlichen Gültigkeit des Fahrausweises sowie Name und Geburtsdatum des Besitzers.
Können Bewegungsbilder von Nutzern der Chipkarte aufgenommen werden?
Die Daten, welche auf der Chipkarte abgelegt sind, lassen den Anwendern weitgehende Anonymität. Theoretisch wäre das Erzeugen von Bewegungsbildern bei flächendeckenden Kartenkontrollen möglich. Auch wenn es die technischen Möglichkeiten bei den Verkehrsunternehmen bereits gäbe, was zurzeit nicht der Fall ist, so würden diese die entsprechenden Daten nicht speichern und zum Ausspähen ihrer Fahrgäste nutzen. Dies garantieren die Verträge, welche die Verkehrsunternehmen mit den Kunden schließen. Zudem besteht die Möglichkeit, nicht personengebundene Fahrausweise zu nutzen. In diesem Fall bestehtauch theoretisch keine Möglichkeit der Ausspähung.
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